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Sonntag, 21. März 2010

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Kinderarzt-Problematik in der Josefstadt

12.11.2009 09:00

 

Kinderarzt-Problematik in der Josefstadt

„Die Problematik der KinderärztInnen-Situation im 8. Bezirk ist auch für mich ein ernstes Thema. Ich bin gerade selber Mutter eines gesunden Buben geworden. Selbstverständlich wollen alle Eltern, dass ihre Kinder bei Krankheit sofort bestens betreut werden, ohne lange und umständliche Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen“, berichtet Doris Müller, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin der Josefstadt.

Kassen-KinderärztInnen in der Josefstadt

Tatsächlich kommt es derzeit zu einem Engpass in der Versorgung von Kassen-KinderärztInnen in der Josefstadt. „Diesen Missstand kann aber laut Gesundheitsverordnung nur die Ärztekammer beheben, gemeinsam mit der Wiener Gebietskrankenkasse - und niemand anderer“, so Doris Müller weiter.

Aus diesem Grunde hat die Bezirksvorstehung einen KinderärztInnen-Gipfel ins Leben gerufen, an dem alle Beteiligten, sprich Krankenversicherung, Ärztekammer sowie kompetente GesundheitspolitikerInnen teilnehmen. Eingeladen sind die GesundheitssprecherInnen der politischen Parteien im Rathaus – wo das Thema angesiedelt ist - sowie VertreterInnen der Ärztekammer und der Wiener Gebietskrankenkasse. Mit kompetenten ExpertInnen soll eine sachliche öffentliche Diskussion über das Thema KinderärztInnen geführt werden. Ziel ist es, in der Josefstadt wieder eine zweite Kassen-Kinderärztinnen Stelle zu bekommen.

Grüne fordern schlechte kinderärztliche Situation in Wien zu verbessern

„Es ist eine zentrale Forderung der Wiener Grünen, die schlechte kinderärztliche Situation in Wien zu verbessern.“, berichtet Sigrid Pilz,  Grüne Gesundheitssprecherin und Landtagsabgeordnete. Seit Jahren steigen die Frequenzen der kleinen PatientInnen in den Spitalsambulanzen, weil die Versorgungslage im niedergelassenen Bereich so defizitär ist“, so Pilz weiter. Die Grüne Gesundheitssprecherin hat die Mangelsituation wiederholt im Gemeinderat, aber auch im Rahmen der Wiener Gesundheitsplattform  mit Anträgen und Anfragen zum Thema gemacht. Der notwendige Ausbau der Versorgung durch mehr KinderärztInnen wird zwar nicht bestritten, aber die Lösungsvorschläge der verantwortlichen Rathausregierung sind unzulänglich.
   
So wurde vor zwei Jahren in die Kinder-Ambulanz des AKH ein externer Kinderarzt hereingeholt, mit dem Ziel, die PatientInnenströme in den niedergelassenen Bereich umzulenken. Das Projekt ist gescheitert, unter anderem daran, dass hinsichtlich der Zahlen, aber auch der Öffnungszeiten der Ordinationen (keine Versorgung in den Abend- und Nachtstunden und an den Wochenenden) großer Handlungsbedarf besteht. Die Wiener Ärztekammer und die WGKK sind also ebenfalls gefordert, hier endlich für Abhilfe zu sorgen.

Die Grüne Gesundheitssprecherin präzisiert den Grünen Standpunkt: „Die Grünen befürworten weder einen verstärkten Zuzug in die Spitalsambulanzen, noch reden wir einer Zwei-Klassen-Versorgung das Wort. Im Gegenteil: Wir sehen gerade in der Kindermedizin, wie wichtig es ist, dass von Geburt an darauf geachtet wird, dass sozial Schwächere nicht auch noch gesundheitlich benachteiligt werden.“

Dass die ÖVP in der Josefstadt das Thema nützt, um Stimmung zu machen, findet Doris Müller fahrlässig und berechnend: „Hier werden die Eltern mit einem wichtigen Thema aufgehetzt, zu dessen Lösung die ÖVP mehr konstruktives Beitragen könnte als eine teure Kampagne mit ganzseitigen Inseraten zu fahren. Immerhin ist die Ärztekammer traditionelles Einflussgebiet der ÖVP. Und bekanntlich liegt die Vergabe von Kassengenehmigungen an Ärztinnen und Ärzte nicht im Ermessen einer Gemeinde oder eines Bezirks, sondern im Ermessen der Ärztekammer sowie der Wiener Gebietskrankenkasse“, so Müller.

Warum eine Behebung des Mangels an Kinderärztinnen und –ärzten nicht in der Ärztekammer betrieben wird, erklärt Müller bestenfalls als schlechtes ÖVP-Ablenkungsmanöver und als teure Stimmungsmache auf Kosten der SteuerzahlerInnen, um das politische Klima zu vergiften. Müller bezweifelt, dass es der ÖVP überhaupt an einer sachlichen Lösung gelegen ist.

Denn: Eigentümlich berührt es schon, dass etwa bei der Schließung der Hauptbücherei in der Skodagasse auch von der ÖVP argumentiert wurde, dass der Bildungsbedarf auch in anderen Bezirken abgedeckt werden kann. Ebenso verwundert seit eineinhalb Jahrzehnten die wiedergekäute ÖVP-Rechtfertigung für das Fehlen eines Kinos in der Josefstadt, dass auch das Kulturangebot in anderen Bezirken abzudecken wäre. Müller abschließend: „Wir laden alle Eltern und alle ernsthaft an der Verbesserung der Versorgung mit Kinderarztstellen interessierten Menschen zum Kinderarztgipfel in die Bezirksvorstehung. Dort kann mit Gesundheits-ExpertInnen sowie Verantwortlichen öffentlich über die Versorgung mit KinderärztInnen diskutiert werden.

Kinderarztgipfel in der Josefstadt

Der Josefstädter Kinderarztgipfel findet entweder

  • am 3.12 oder am 9.12. um 19 Uhr
  • in der Bezirksvorstehung, Schlesingerplatz 4/3. Stock, 1080 Wien

statt.

Eingeladen sind die GesundheitssprecherInnen der politischen Parteien im Rathaus, VertreterInnen der Ärztekammer sowie der Wiener Gebietskrankenkasse.

Die Details werden noch separat angekündigt.



Josefstädter Kinderarztgipfel

  • am 3.12. um 19 Uhr, in der Bezirksvorstehung, Schlesingerplatz 4/3. Stock, 1080 Wien

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Die Grünen Josefstadt fordern einen 2. Kassen-Kinderarzt/-ärztin und verlangen eine sachliche Diskussion dort anstatt der unsachlichen ÖVP-Propaganda.

 

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