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Alexander Spritzendorfer

Alexander Spritzendorfer

Stv. Bezirksvorsteher
„Politik ist Bäume zu pflanzen, unter deren Schatten man nicht mehr sitzen wird.“
Alexander Spritzendorfer

Geboren am 23. Februar 1963, Vater eines Sohnes (Constantin, 1992) und einer Tochter (Emma, 2011). Lebt seit 1998 in der Josefstadt. Seit November 2010 Stv. Bezirksvorsteher der Josefstadt. Von September 2007 bis Oktober 2010 Klubdirektor der Grünen im Niederösterreichischen Landtag, davor 3 Jahre Landesgeschäftsführer der Grünen Kärnten, davor rund 20 Jahre als selbständiger Musikproduzent und Künstlermanager tätig.

Eine vollständige Biographie finden Sie ​hier.

Die Josefstädter Grünen haben eine reale Chance, 2015 stärkste Kraft in der Josefstadt zu werden, und damit den künftigen Bezirksvorsteher zu stellen. Im Gespräch erzählt der Grüne-Spitzenkandidat Alexander Spritzendorfer über seine Person und Pläne für die Josefstadt.

„Global denken, lokal handeln“


​Die Josefstädter Grünen haben dich mit 92,5 % zum grünen Spitzenkandidaten gewählt. Was bedeutet das für dich?

Das ist ein großer Vertrauensbeweis, den ich als Auftrag zur Gestaltung betrachte. Ich glaube, die Josefstädterinnen und Josefstädter haben es satt, zusehen zu müssen, wie rund um die Josefstadt kreative urbane Zellen, Bereiche und Plätze entstehen: die Mariahilfer Straße in Neubau, das Viertel Neun am Alsergrund oder das Impact Hub Vienna für junge Unternehmerinnen in der Lindengasse. Wir wollen auch die Josefstadt zukunftsorientiert gestalten. Dafür treten wir an, dafür trete ich ein!

Warst du schon immer grün?

Politisch sozialisiert hat mich sicherlich die Zwentendorf-Abstimmung, obwohl ich damals noch nicht abstimmen durfte. Meine Eltern hatten engen Kontakt zur Anti-AKW-Szene und zu Freda Meissner-Blau. Mein Vater kommt als Wiener aus einem SPÖ-Umfeld, meine Mutter aus einer ÖVP-Familie im Waldviertel. Bei meiner ersten Nationalratswahl wählte ich, bevor es Grüne gab, Bruno Kreisky. Zu den Grünen kam ich im Herbst 2003 als Mitarbeiter des Kulturreferats im Parlamentsklub. Nach 20 Jahren im Kulturbereich interessierte es mich, Kulturpolitik zu gestalten. Mit meinem Label „Spray Records“ durfte ich mit so unterschiedlichen Künstlern wie Papermoon, Kruder & Dorfmeister, Alkbottle, Count Basic oder Stermann & Grissemann zusammenarbeiten. Vor genau 20 Jahren war ich mit Stella Jones beim Songcontest in Dublin. Ich engagierte mich für die Grünen Kärnten und NÖ, und seit fünf Jahren bin ich stellvertretender Bezirksvorsteher in der Josefstadt.

Was würdest du als Bezirksvorsteher als Erstes in Angriff nehmen?

Diese Liste der Projekte, die auf Verwirklichung warten, ist lange, aber ich möchte nennen: die Umgestaltung der Lange Gasse und die Errichtung eines Bezirkszentrums am Josef-Matthias-Hauer-Platz vor dem Café Hummel. Wir haben an der Technischen Universität ein Gutachten beauftragt, mit dem Ziel, den Durchzugsverkehr durch die Josefstadt zu reduzieren. Ich bin überzeugt, dass solche Maßnahmen sogar jenen helfen, die auf ein Auto angewiesen sind, weil sie verkehrsreduzierende Wirkung haben. Als Mensch aus der Wirtschaft und aus der Kultur habe ich natürlich auch viele Ideen im Kulturbereich und bei der lebendigen Gestaltung von attraktiven Erdgeschoßzonen.

Und wie soll sich die Josefstadt 2020 verändert haben?

Wir brauchen mehr Platz für Menschen und eine menschengerechte Stadt. In meiner Vision haben wir 2020 einen verkehrsberuhigten Bezirk, der es den BewohnerInnen ermöglicht zuzufahren, aber den Durchzugsverkehr wesentlich reduziert hat. Damit gewinnen wir Platz für die Gestaltung von öffentlichem Raum, haben ein attraktives Bezirkszentrum – eine richtig schöne Piazza vor dem Café Hummel, statt einer hässlichen Kreuzung, eine Flaniermeile durch die Lange Gasse mit dem wöchentlichen Biomarkt, einen Bildungscampus Josefstadt im Palais Strozzi, in dem das Musische Zentrum und die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik samt Kindergärten untergebracht sind. Damit stellen wir auch die Weichen für rund 300 zusätzliche Volksschulplätze, die in der Josefstadt in den nächsten 10 Jahren benötigt werden.

Aber die Josefstadt ist keine Insel, sind Wirtschaftskrise, Radikalisierung, Bedrohung von Bürgerrechten nicht auch Themen, die Menschen der Josefstadt bewegen?

Mein Motto lautet „global denken, lokal handeln“ – und das ist wichtiger denn je. Wir engagieren uns für sozialen Ausgleich und ein gutes Leben für alle! Dazu gehört eine gute Bildung ab dem Kindergarten, leistbares Wohnen, eine Kultur des Willkommenheißens, Wahlrecht für alle hier lebenden Menschen unabhängig von ihrem Reisepass und eine funktionierende lokale Wirtschaft. Wir Grüne stehen für die Wahrung von Bürgerrechten, sind gegen den gläsernen Menschen und gegen den Überwachungswahnsinn und für fairen Handel. Das „Freihandelsabkommen“ TTIP will das genaue Gegenteil: Klagsrechte für Konzerne gegenüber Staaten und das Wegräumen unserer mühsam erkämpften Gesundheits- und Umweltstandards. Mit den Grünen ist das sicher nicht zu machen.