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am 22. April

Für leistbares Wohnen!

Inge Valenta-Kohl - Wohnungs-Befristungen werden zu einer immer größeren Belastung der MieterInnen in Wien. Umfragen besagen, dass sich 94% der MieterInnen in Wien gegen Mietbefristungen aussprechen.

Für viele Menschen in den europäischen Metropolen ist Wohnen zu einem existentiellen Problem geworden. Die Mietpreise explodieren, viele Menschen sind mit den Wohnkosten hoffnungslos überfordert. Der Wohnungsmarkt wird von Investoren, die die Preise in die Höhe treiben, beherrscht.

Jetzt blickt ganz Europa wieder einmal nach Wien und möchte das Modell des sozialen Wohnbaus kopieren. Unter diesen Voraussetzungen ist es auch verständlich, dass Wien auch im Jahr 2019 zur besten Metropole der Welt gekürt wurde. Die Wohnsituation spielte bei der Bewertung eine entscheidende Rolle.

Aber was ist die Realität für die Wiener Bevölkerung, was passierte in Wien in den letzten 20 Jahren? Auch hier explodierten und explodieren die Kosten. Dazu kamen die Unbill der Befristungen und der unsägliche Lagezuschlag. Für die Menschen in Wien ist es mittlerweile normal geworden, dass sie wie Nomaden von Wohnung zu Wohnung ziehen oder aber Mieterhöhungen bei neuerlicher Mietverlängerung in Kauf nehmen müssen.

Dies ist gerade bei Familien mit Kindern, die sich oft im Grätzl sozialisiert haben, die Kinder gehen vielleicht schon in den Kindergarten oder gar in die Schule, eine große Belastung. Man möchte oft keinen Ortswechsel vornehmen und ist auf die Gunst und Gnade der Hauseigentümer bez. Hausverwaltungen angewiesen oder diesen völlig ausgeliefert.

Zudem bekommt man mit einer Befristung gleichzeitig einen Maulkorb umgestülpt. Jedwede Kritik führt dazu, dass die Befristung nicht verlängert wird. Eine völlige Endsolidarisierung in den Hausgemeinschaften tritt ein. CUI BONO?

Auch die Lagezuschläge sind genauer unter die Lupe zu nehmen. Zum Beispiel beim U-Bahn-Bau. Kaum liegt eine Wohnung an oder in der Nähe der U-Bahn, gibt es schon einen Lagezuschlag. Kaum wurden Grätzl-Oasen geschaffen, die Gegend begrünt oder verkehrsberuhigt, sehr oft nach großer Überzeugungsarbeit der Bevölkerung, kommt schon wieder der Lagezuschlag.

Aber: Wer bezahlt den U-Bahn-Bau? Wer bezahlt die Stadtentwicklung? Das sind wir alle, die Steuerzahler, die Gemeinschaft. Aber wer lukriert die Lagezuschläge? Ja, genau. Die Wohnungseigentümer. Also auch hier gilt! CUI BONO?

Die Ausgaben werden sozialisiert die Einnahmen privatisiert.

Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung (…)" heißt es in Artikel 25 der Erklärung der Menschenrechte. Wohnen ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sind die Immobilienpreise in Österreich seit 2005 um über 60 Prozent gestiegen.


Das muss aufhören!


  • Weg mit dem Lagezuschlag!
  • Weg mit den Befristungen!
  • Verbesserung des Mietrechts! Heraus mit den Hausversicherungen und der 
  • Grundsteuer aus den Betriebskosten!

All das sind unsere Forderungen, für die wir Grüne uns einsetzen, ja einsetzen müssen, um Wien als lebens- und liebenswerte Stadt zu erhalten. Die Menschen, vor allem die jungen Menschen müssen eine Zukunftsperspektive haben. Menschen mit niedrigen Einkommen dürfen nicht durch den Rost fallen!

Wohnungen sind zum Wohnen da, sie sind kein Investitionsgut! Wohnen ist ein Menschenrecht!

Grüne Politik steht für lebhafte Demokratie, für Kontrolle, für Parlamentarismus, für Partizipation, eben für starke Politik.