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am 3. Februar

Univ.-Prof. Dr. Kromp-Kolb referiert über Klimakrise

Florian Wunsch - Bei ihrem Vortrag „Klimakrise: Herausforderungen für Gesellschaft und Politik“ zeichnet die Professorin ein düsteres Bild, das eintreten wird, sollten wir nicht handeln.

em. Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb: Klimakrise - Herausforderungen für Gesellschaft und Politik

Die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen erfordert gewaltige Anstrengungen aller. Insbesondere die Politik ist auf allen Ebenen gefragt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es der/dem Einzelnen erleichtern, …

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Wien Josefstadt. Helga Kromp-Kolb ist eine bekannte und vielbeschäftigte Professorin an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien. Vor kurzem erst in der ZIB 2, ist sie am 15.01.2020 der Einladung der Josefstädter Grünen gefolgt um in ZIMMER Working in Concept (Piaristengasse 6-8) über die Klimakrise zu sprechen. Der Andrang die Professorin live zu erleben, war groß. Schonungslos klärte sie auf, was passiert, würden die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht oder nur unambitioniert erreicht. 

Der primäre Fokus des Klimaabkommens von Paris liegt auf der Eingrenzung der Erderwärmung auf +2°C, tunlichst sollte die Temperatur laut dem Dokument um nicht mehr als 1,5°C steigen. Beinahe fünf Jahre alt, ist das Klimadokument nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Dinge: zum jetzigen Zeitpunkt gehen die WissenschafterInnen bereits davon aus, dass das Ziel eine Beschränkung auf +1,5°C sein muss. Ein Plus von 2°C würde bereits zu massiven Schäden führen. Sollte der Anstieg jenseits der zwei Grad liegen, steht zu befürchten, dass sich das Klima überhaupt nicht mehr stabilisieren ließe. Die Folge seien Dürrewellen unter anderem im Mittelmeerraum bei gleichzeitigem Anstieg des Meeresspiegels. Diese Kombination würde auch europäische Flüchtlinge, nämlich Klimaflüchtlinge, produzieren. 

Lob gab es seitens der Professorin für das engagierte Klimakapitel im Regierungsprogramm der neuen österreichischen Bundesregierung unter erstmaliger Beteiligung der Grünen. Dabei betonte Helga Kromp-Kolb vor allem die Rolle Österreichs, die international zu spielen sei: als Vorreiter im Klimaschutz würden andere Staaten Österreich ernst nehmen, gehe ja keine Bedrohung von unserem Land aus. Umweltfreundliche Impulse eines Staates mittlerer Größe seien keine Gefahr, sondern vielmehr Motivation mitzugehen und nachzuahmen, so die Professorin. 

Klare Vorstellungen hat Dr. Kromp-Kolb auch was die Umweltpolitik in Städten angeht: weniger Autos, mehr grün. Grünflächen und neue Bepflanzungen seien gerade in dichtbesiedelten Bezirken – wie die Josefstadt einer ist – dringend notwendig. Nur so wird es möglich sein, die immer heißer werdenden Sommermonate für die Bewohnerinnen und Bewohner solcher Bezirke einigermaßen ertragbar zu machen. Martin Fabisch, Chef der Josefstädter Grünen: „Es sterben in Österreich inzwischen schon mehr Menschen den Hitzetod als im Straßenverkehr. Die Anzahl an tropischen Nächten wächst jedes Jahr aufs Neue. Wir benötigen 1.000 neue Bäume für die Josefstadt um für die Klimakrise nur einigermaßen gerüstet zu sein. Wir müssen die klimatischen Herausforderungen auf allen politischen Ebenen ehrlich bekämpfen! Sei es global, auf europäischer Ebene, sei es jegliche erdenkliche Maßnahme in der Josefstadt. Die Zeit, dass es Politiker allen recht machen und ein bisserl Greenwashing betreiben um ja nur wiedergewählt zu werden, muss vorbei sein!“